Otto Holzer

Otto Holzer Der Koran und die Lust am Erzählen

Der Koran und die Lust am Erzählen

Mit Hegel auf den Spuren des Propheten

Otto Holzer

Schiler & Mücke
Langue: allemand
1. Edition (2026)
Broschur, 498 pages
ISBN 978-3-89930-485-5
Disponibilité:
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In Vorbereitung: erscheint im Herbst 2026

Entgegen seinem Ruf als eisernem Gesetz ist der Koran ein Manifest der Lust. Wie bei Epikur ist diese allerdings auf Nach­haltigkeit angelegt, und wie bei Hegel ist das vom Koran erhobene Prinzip der Freiheit die zur Vernunft. Das klingt recht langweilig. Es ist es auch, wäre da nicht neben dem Apollinischen auch das Dionysische, die dunkle Seite des Korans, das Sibyllinische, die Gnosis, das Lachen des HERRN, die Allvernunft, der pure Wahnsinn, die unbändige Kraft einer göttlichen Rede, die so manchem seiner frühen Hörer den Atem raubte und zu dem medizinischen Befund führte: Exitus.
Dieses Buch will zeigen, dass der Koran literarisch eine totale Form darstellt. Er verbindet die verschiedenen Formen des Denkens zu einem Ganzen. Er ist ein juristischer Kodex, ein Sagen- und Märchenbuch, ein theologischer Traktat, eine wissenschaftliche Abhandlung, ein technisches Lehrbuch — bei näherem Hinschauen erweist sich jedoch, dass er all das ist und all das gerade nicht ist. Er verwirklicht Hegels Dialektik, indem er einen allumfassenden Kreisbogen umschreibt, »in dessen Anfang, den einfachen Grund, die Vermitt­lung das Ende zurückschlingt [...].« Das klingt verwirrend, und tatsächlich ist Verwirrung eine der hervorragenden erzählerischen Strategien des Korans, die ihn als Buch der Weltliteratur auszeichnet.

Otto Holzer widmet sein Leben der Kunst. Er studierte an der Münchner Hochschule für Musik — die glänzende Solistenkarriere blieb jedoch ein unerfüllter Traum.
Als Orientalist ist Holzer ein Spätberufener. Er absolvierte ein Studium an der Freien Universität und arbeitete dort zum Thema »islamische Mystik«.
Schon früh neigte er mehr zur philosophischen als zur philologischen Lektüre arabischer Texte und übernahm deshalb Lehraufträge mit methodologischem Schwerpunkt. Darüber hinaus schrieb er einige Jahre lang Aufsätze für eine exotische Philosophiezeitschrift, wobei es ihm um einen Dialog zwischen Islam und französischem Poststrukturalismus ging. Dessen Antiidealismus führte Holzer letztendlich zu der Einsicht, dass es ohne Idealismus nicht geht, weshalb er sich mit Hegels Phänomenologie auseinandersetzte.